2. Gotthardröhre: Gegen Transithölle, Verkehrschaos und Sanierungsschwindel

Medienkonferenz des Vereins «Nein zur 2. Gotthardröhre», 12.1.16 - Es gilt das gesprochene Wort.
Links: Tagesschau vom 12.1.16 / NZZ / Tagesanzeiger

Es wird behauptet, die Sanierung des Gotthard-Autotunnels sei dringend und nur durch den Bau einer zweiten Autoröhre möglich. Doch dieser Befund beruht auf falschen Annahmen. Denn heute steht fest: Die Dringlichkeit der Sanierung ist nicht gegeben. Und: Die Sanierung kann im Normalbetrieb, also während der üblichen Nachtsperren, ausgeführt werden.

Dieses Fazit freut uns, doch es stammt nicht von den Gegnerinnen und Gegner einer zweiten Gotthardröhre. Es ist das Bundesamt für Strassen ASTRA selbst, das diesen Befund aufgrund von Studien publiziert hat - allerdings erst am 19.11.15, also lange nachdem die Räte über den Bau einer 2. Röhre entschieden haben. Dem neuen ASTRA-Bericht (S. 26) zufolge kann der Gotthardstrassentunnel noch für mindestens zwei Jahrzehnte ganz normal betrieben werden, ohne dass er bei den Sanierungsarbeiten einen einzigen Tag geschlossen werden muss. Das macht eine zweite Gotthardröhre völlig überflüssig.

Dem Parlament wurde bei der Debatte im Jahr 2014 noch vorgemacht, dass im Gotthardstrassentunnel eine Notsanierung nötig sei, was eine 140-tägige Totalschliessung des Tunnels zur Folge hätte. Und erst jetzt, kurz vor der Abstimmung heisst es, dass der Gotthard weitaus günstiger als vorgeschlagen saniert werden kann. Die unseriöse Arbeit mit irreführender Information ans Parlament und jetzt auch an die Bürgerinnen und Bürger wirft Fragen auf: Ist dieser Tunnel wirklich nötig? Ist das Geld nicht am falschen Ort investiert? Kommen noch weitere Änderungen der Entscheidungsgrundlagen zu Tage, die klar für eine Sanierung ohne 2. Röhre sprechen? Dass diese Zweifel berechtigt sind, zeigt ein weiterer Etikettenschwindel, der kürzlich bekannt wurde: Die für eine zweite Röhre nötigen Baustellen würden dramatisch mehr Landflächen verschleissen als in den Plänen angegeben. Laut ASTRA wäre allein für die Baustelle im Kanton Uri neu eine fünfmal grössere Fläche nötig. Im Tessin ist die Differenz zu früheren Angaben noch spektakulärer: Sie wäre siebenmal so gross wie veranschlagt.

In diesem Verwirrspiel zeigt sich immer klarer: Wer für eine vernünftige Sanierung ist, legt am 28. Februar ein Nein in die Urne. Wir können die drei bis vier Milliarden Franken Mehrkosten für eine absolut unnötige zweite Röhre andernorts viel besser einsetzen.
 

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