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Standpunkte

Der Kanton Bern vereint Dienstleistungen, Industrie und Landwirtschaft, verbindet urbane Gebiete und ländliche Räume, schlägt die Brücke von der Deutschschweiz in die Romandie und punktet als Wasserschloss und Tourismusparadies. Bern ist facettenreich und voller Herausforderungen. Es wäre mir eine Ehre, als Regierungsrätin hier meine politischen Vorstellungen, mein Netzwerk und meine Erfahrung einzubringen.

Finanzen
Der Kanton Bern befindet sich in einer schwierigen finanziellen Situation. Die bürgerliche Mehrheit will rigoros sparen, worunter die Bildung, das Gesundheitswesen, das Soziale oder die Umwelt zu leiden hätten. Ich hingegen will die hohe Lebensqualität und die Standortvorteile des Kantons Bern erhalten und stärken. 

Nachhaltig gesunde Finanzen erreichen wir nicht mit Steuerbegünstigungen und einseitigen Spardiktaten. Nötig ist eine ausgewogene Finanzpolitik, die auch auf der Einnahmenseite ansetzt und Innovation fördert sowie in Zukunftsbereiche wie Bildung, Gesundheit, Cleantech, Verkehr, Digitalisierung oder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie investiert.

Umwelt und Energie
Mit der Stilllegung des AKW Mühleberg hat der Kanton Bern in den nächsten Jahren eine Herkulesaufgabe zu bewältigen und er nimmt dafür in der Schweiz eine Pionierrolle ein. Allerdings wird die Energiewende nur ein Erfolg, wenn die Politik mutig Innovationen fördert statt behindert und die Vorteile von Sonne, Wind, Wasser, Biomasse, Erdwärme oder Effizienz voll ausschöpft. Der Kanton Bern soll mit Leuchtturmprojekten für Cleantech und erneuerbare Energien voranschreiten und Arbeitsplätze schaffen.

Zu einer nachhaltigen Umweltpolitik gehört eine gut koordinierte Raumplanung, die auf Siedlungsentwicklung nach innen setzt, Zersiedelung bremst und den Boden haushälterisch nutzt. Siedlungsentwicklung, Verkehr und Energie müssen besser aufeinander abgestimmt werden, wie zum Beispiel in den Plusenergie-Quartieren, die in der ganzen Hauptstadtregion geschaffen werden sollen.

Mobilität
Mobil sein ist ein Grundbedürfnis der Menschen. Die verkehrspolitischen Herausforderungen sind nicht alleine mit Verkehrspolitik zu lösen. Verkehr, Raumplanung und Wohnbaupolitik beeinflussen einander. Das macht eine ganzheitliche Verkehrspolitik notwendig, die auf alle Verkehrsträger abstellt: Schiene und Strasse sollen einander ergänzen, der Fuss- und Veloverkehr muss konsequent gefördert werden, ebenso der öffentliche Verkehr. Wohnen und Arbeiten sollen wieder näher zusammenrücken. Dazu müssen in den Städten und Agglomerationen genügend kostengünstige und bezahlbare Wohnungen zur Verfügung stehen. Schaffen wir die ökologische Verkehrswende nicht, misslingt auch die Energiewende, denn der Verkehr verursacht rund 40 Prozent des CO2–Ausstosses. Die Digitalisierung ist eine Chance, um Kapazitäten besser auszulasten. Intelligente technische Lösungen statt mehr Beton muss das Motto sein.


Wirtschaft
Die bernische Wirtschaft ist nicht nur die zweitgrösste der Schweiz, sondern auch eine der vielfältigsten. Der Kanton Bern ist mit rund 85‘000 Beschäftigten zusammen mit Zürich der grösste Industriekanton. Er ist aber auch stark bei den Dienstleistungen: 70 Prozent der Beschäftigten arbeiten in diesem Sektor, insbesondere im Gesundheitswesen, in der öffentlichen Verwaltung sowie in der Bildung.

Die Chancen der Digitalisierung müssen vorausschauend genutzt werden, damit neue Arbeitsplätze entstehen und der Strukturwandel nicht nur Verliererinnen und Verlierer hervorbringt. Ein leistungsfähiges, duales Bildungssystem, das auch für Chancengleichheit sorgt, ist der beste Garant dafür. Das betrifft die kaufmännische Angestellte und den Informatiker genauso wie den Landmaschinenmechaniker oder die Landwirtin.

Bern soll sich zudem stärker in den Bereichen Cleantech, Medtech und Life Sciences engagieren und sich profilieren als Standort mit hoher Lebensqualität, ausgezeichneter medizinischer Versorgung, hervorragender Verkehrsinfrastruktur, guter Bildung, passend ausgebildeten Fachkräften und attraktivem Umfeld für Familien.

Soziales
Eine prosperierende Wirtschaft und ein starker Sozialstaat gehören zusammen. Politische und soziale Stabilität sind grosse Errungenschaften und zentrale Standortfaktoren. Der Kanton Bern soll allen Menschen Perspektiven bieten und sie dabei unterstützen, die Verantwortung für sich selber zu übernehmen. Dazu muss die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frauen und Männer stärker gefördert werden. Familien mit Kindern sind einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt. Speziell betroffen sind alleinerziehende Frauen.

Bern muss aber auch eine gute, für alle zugängliche, medizinische Versorgung und ein Altern in Würde sicherstellen. Er darf nicht bei den Ergänzungsleistungen oder den Prämienverbilligungen sparen und muss gute Beratungsangebote für Menschen in schwierigen finanziellen Situationen anbieten. Die demografische Entwicklung soll als Chance für neue generationenübergreifende Wohnformen genutzt werden und Angebote wie Spitex und andere Dienstleistungen sollen ein möglichst selbstständiges, unabhängiges und langes Leben im gewohnten Umfeld ermöglichen.

Bildung
Bildung sichert Chancengerechtigkeit und soziale Mobilität. Sie ist das Kapital der Zukunft – für jedes einzelne Kind und für das Gemeinwesen als Ganzes. Investitionen von der Frühförderung über die Berufsbildung bis hin zu den Hochschulen lohnen sich. Es muss uns zu denken geben, wenn rund jeder vierte Schulabgänger und jede sechste Schulabgängerin nicht richtig lesen und schreiben kann.

Wollen wir die Chancen für alle erhöhen, braucht es nicht nur inhaltliche Qualität, sondern auch gute Tagesstrukturen. Die Ganztagesschule soll zum Standardmodell für die öffentliche Schule werden. Das bringt nicht nur Vorteile für die Schülerinnen und Schüler, sondern hilft auch den Eltern, Familie und Beruf besser zu vereinen.